Innovations- und Brainstorming-Methoden

Ob in Projekten, Arbeitsabläufen oder teamspezifischen Themenstellungen – Innovations- und Brainstorming-Methoden können in allen Bereichen und bei vielen Herausforderungen unterstützen sowie klärend wirken. socialdesign hat einen “Springwürfel” entwickelt, welcher Ihnen als Inspiration und Anregung dienen soll, mit welchen Methoden Sie sowohl als Einzelperson als auch gemeinsam im Team neue Ideen entwickeln oder diese zur Klärung begonnener Prozesse nutzen können. Untenstehend finden Sie nähere Ausführungen zu den verwendeten Innovations- und Brainstorming-Methoden. Bei Interesse haben Sie die Möglichkeit, kostenlos einen Springwürfel zu bestellen.

6-3-5 METHODE

Bei der 6-3-5 Methode handelt es sich um eine Brainwriting-Methode, welche gut für die Anwendung in Gruppen geeignet ist. Die Technik wurde von Bernd Rohrbach in den 60er-Jahren entwickelt und setzt bei der Ideenfindung den Fokus auf Quantität statt auf Qualität. Die Anwendung ist simpel, so dass es keiner grossen Vorbereitung bedarf. Es ist jedoch empfehlenswert, dass die Teilnehmer über entsprechende Kenntnisse des zu behandelnden Themas verfügen und das anzugehende Problem bereits im Vorfeld beschrieben ist.

  1. Alle (z.B. sechs) Teilnehmenden (TN) erhalten ein vorbereitetes Papier, auf welchem die Thematik des Problems festgehalten ist.
  2. Jeder TN verfasst nun drei Ideen zur Problemlösung in fünf Minuten. Danach geben alle TN das Blatt zum nächsten TN weiter.
  3. Nun hat jeder TN wiederum fünf Minuten Zeit, die Ideen seines Vorgängers zu erweitern oder zu verbessern. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle TN jedes Blatt bearbeitet haben.
  4. Gemäss der Berechnung des Entwicklers stehen Ihnen bei sechs TN im optimalen Fall am Schluss bis zu 108 Ideen zur Verfügung, mit welchen das beschriebene Problem gelöst werden könnte.

 

FISHBONE-METHODE

Die Fishbone-Methode ist unter anderem auch unter dem Begriff Ishikawa bekannt, genannt nach ihrem Entwickler Kaoru Ishikawa, welcher die Methode 1960 in Tokyo entwickelt hat. Mithilfe dieser Brainstorming-Methode können die Ursachen für ein Problem gesammelt und strukturiert dargestellt werden und dabei hilfreiche Verknüpfungen gemacht werden. Dieses «Ursache-Wirkungsdiagramm» wird in Form eines Fishbone (Fischgräte) dargestellt und erlaubt somit, die Ursachen nach ihrer Relevanz zu ordnen. Die Darstellung des Fishbone kann individuell gestaltet werden, abhängig von der gewünschten Ausführlichkeit.

  1. Fassen Sie das Problem in einem kurzen Satz zusammen und halten Sie es im Kopf des Fishbone fest.
  2. Sammeln Sie nun im Team mögliche Ursachen, welche zum definierten Problem geführt haben könnten und stellen Sie diese mithilfe der Gräten im Fishbone dar. Durch verschieden gross dargestellte Gräten kann einfacher in Haupt- und Nebenursachen unterteilt werden.
  3. Bewerten Sie nun die gesammelten Ursachen und teilen Sie diese gemäss der höchsten Trefferquote (z. B. mithilfe eines Punktesystems) ein. Sobald die Bewertung abgeschlossen ist können nun notwendige Lösungsmassnahmen und die weiteren Schritte definiert werden.

 

DESIGN THINKING

Beim Design Thinking handelt es sich um eine umfassende Arbeitsmethode, welche im Rahmen der Suche nach neuen Vorgehen auf folgende drei Aspekte fokussiert: «wünschenswerter Zustand», «Machbarkeit» und «Wirtschaftlichkeit». Bei der Entwicklung von neuen Ideen sind diese drei Aspekte stets im Mittelpunkt zu behalten. Der Entwicklungsprozess teilt sich in verschiedene Phasen auf: Verstehen, Beobachten, Standpunkt definieren, Ideen finden, Prototyping und Test. Jeder dieser Bereiche stellt ein wichtiger Bestandteil für die erfolgreiche Umsetzung einer Idee dar. Bei diesem Vorgehen sollen Personen / Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen, damit möglichst viel unterschiedliches Fachwissen und verschiedene Erfahrungen in die Entwicklung von neuen Ideen einfliessen kann. Das Verfahren orientiert sich an der Arbeit von Designern, die als Kombination aus Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen verstanden wird.

Verstehen
Problemfeld oder Probleme der Zielgruppe verstehen, formulieren und definieren.

Beobachten
Beobachten und befragen der Zielgruppe, um die Bedürfnisse zu erfassen.

Standpunkt definieren
Sammlung und Austausch über die gemachten Beobachtungen und gewonnenen Einsichten. Dadurch können Muster erkannt und Wissen weitergegeben werden.

Ideen finden
Mithilfe von Kreativitätstechniken werden nun basierend auf den gemachten Beobachtungen Ideen entwickelt. Dies mit Fokus auf die oben beschriebenen drei Aspekte wünschenswerter Zustand, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Prototyping
Nun sollen mithilfe von Prototypen die entwickelten Ideen getestet werden. Daraus können wiederum neue Ideen entstehen und bereits bestehende optimiert und weiterentwickelt werden.

Test
In dieser Phase werden die optimierten Ideen direkt an der Zielgruppe getestet. Dies erfolgt so lange, bis die Zielgruppe überzeugt ist. Dies kann bedeuten, dass verschiedene neue Prototypen entwickelt und der Prozess wiederholt werden müssen.

 

NÖRGEL-METHODE

Die Nörgel-Methode ist sowohl für Teams als auch für Einzelpersonen bestens geeignet und dient dazu, ein Thema oder ein Problem aus einer anderen Sichtweise zu betrachten, um so neue Ideen zu generieren. Sie ist dann hilfreich, wenn bereits eine Lösung für ein Problem gefunden wurde, diese jedoch noch nicht ganz befriedigend ist. Eine Verbesserung soll dadurch erreicht werden, in dem jede beteiligte Person äussern kann, was sie an der bestehenden Lösung stört. Der Nörgelei sind keine Grenzen gesetzt, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass das Themengebiet nicht verlassen wird. In der Gruppe ist empfehlenswert, bei Beginn zu definieren, wie die Nörgeleien festgehalten werden sollen. Dies kann beispielsweise mithilfe von Kärtchen erfolgen, welche jede beteiligte Person erhält und die Störfaktoren niederschreiben kann. Andererseits kann dies auch mündlich erfolgen, wobei hier zu beachten ist, dass die genannten Punkte beispielsweise auf einem Flipchart schriftlich festgehalten werden. Sobald sich alle Beteiligten geäussert haben, können nun gemeinsam die Haupt-Störfaktoren ausgewählt werden und in Ruhe überlegt werden, wie diese beseitigt werden könnten.

 

DISNEY-METHODE

Die Disney-Methode wurde von Robert B. Ditts entwickelt, basierend auf dem Innovations- und Denkprozess des berühmten Walt Disney. Die Methode basiert auf einem Rollenspiel, in welchem drei verschiedene Rollen eine Problemstellung aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Dieses Vorgehen soll mithilfe verschiedener Betrachtungsweisen von Träumereien bis hin zur Realität und kritischem Hinterfragen beispielsweise bei der Konkretisierung und Realisierung von möglichen Lösungen hilfreich sein. Die drei Rollen sind wie folgt aufgeteilt:

  • Die Träumerin: In dieser Rolle sollen enthusiastisch Ideen und Visionen gesammelt und der Fantasie freien Lauf gelassen werden.
  • Die Realistin: Diese Rolle dient dazu, die Ideen der Träumerin zu prüfen im Hinblick auf die vielleicht bereits bestehenden Voraussetzungen und notwendigen Schritte für die Realisierung.
  • Die Kritikerin: In der letzten Rolle wird das bereits Entwickelte hinterfragt und konstruktiv kritisiert, damit mögliche Optimierungen erkannt werden können.

Um optimal in die verschiedenen Rollen einzutauchen ist es wichtig, beispielsweise die Aufteilung des Raumes wie auch die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel auf die einzelnen Rollen auszurichten.

  1. Formulieren Sie die zu lösende Herausforderung und teilen Sie die drei verschiedenen Rollen den Gruppen oder Personen zu.
  2. Begonnen wird mit der Rolle der Träumerin. Wie beschrieben sollen in dieser Rolle Ideen und Visionen für die geschilderte Herausforderung gesammelt werden.
  3. In einem nächsten Schritt ist die Realistin an der Reihe und überprüft die gesammelten Ideen der Träumerin in Bezug auf eine realistische Durchführung. Auch hier kann eine Gruppe die Rolle der Realistin übernehmen.
  4. Die Kritikerin hinterfragt anschliessend die Ideen, welche von der Realistin überprüft worden sind und überlegt, was optimiert und verbessert werden könnte.
  5. Durch die Überprüfung der einzelnen Rollen stehen Ihnen am Schluss verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um die Problemstellung zu lösen, welche auf ihre Umsetzung und Machbarkeit geprüft worden sind. Die nächsten Schritte können nun definiert werden.

 

KOPFSTANDTECHNIK

Mit der Kopfstand-Technik erhalten Sie rasch und einfach neue Ideen, um eine Herausforderung zu meistern. Da es vielfach leichter fällt, negative Aspekte hervorzuheben, wird mit dieser Technik die aktuelle Herausforderung ins negative Gegenteil umformuliert. Diese Methode ist sowohl im Team als auch als Einzelperson gut einsetzbar und benötigt keine grossen Vorbereitungen.

Beispiel: Was müssen wir beachten um, ein erfolgreiches Konzept zu erstellen?
Beispiel Kopfstand-Technik: Was müssen wir beachten, damit wir mit dem neuen Konzept scheitern?

  1. Formulieren Sie Ihre Herausforderung ins Gegenteil um, wie im oben genannten Beispiel.
  2. Sammeln Sie nun entweder als Team oder Einzelperson Ideen, wie Sie die formulierte Herausforderung nicht meistern können.
  3. Wählen Sie nun die aus Ihrer Sicht wichtigsten Ideen aus und formulieren Sie diese wieder ins Positive.
  4. Lassen Sie sich durch die umgewandelten Ideen inspirieren und entwickeln Sie daraus richtige Ideen, um Ihr Vorhaben erfolgreich umzusetzen.
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