Wissensplattform zu den Sustainable Development Goals (SDG) der UNO

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO (Sustainable Development Goals, SDG) bilden einen Teil der UNO-Strategie bis 2030 ab. Zur Top 5 der Ziele gehören:

1. Keine Armut (zero poverty),
2. Keinen Hunger (zero hunger),
3. Gute Gesundheit und Wohlbefinden (good health and well-being),
4. Hochwertige Bildung (quality education),
5. Geschlechtsgleichstellung (gender equality).

Darüber hinaus sind weitere 12 Ziele im Rahmen dieses Aktionsplans formuliert worden. In der Summe sollen diese dazu beitragen, Verbesserungen für den Menschen, unseren Planeten und den weltweiten Wohlstand herbeizuführen und den weltweiten Frieden und Freiheiten zu fördern. Hier geht es zur SDG-Wissensplattform.

Dank «Ärgerbox» Alltags-Barrieren und Hindernisse im Kanton Bern abbauen

Haben Sie kürzlich im Kanton Bern Barrieren im Alltag wahrgenommen, die für Menschen mit einer Behinderung zum Ärgernis werden könnten? Etwa, indem Sie in einer öffentlichen Einrichtung vergeblich nach einem Lift ins obere Stockwerk gesucht haben? Hinterlassen Sie Ihre beobachteten Hindernisse in der Ärgerbox der Kantonalen Behindertenkonferenz (kbk). Damit helfen Sie den von Hindernissen im Alltag betroffenen Menschen, ihr Leben barrierefreier gestalten zu können und dadurch ihre Teilhabe zu verbessern.

 

Potenzial von Organisationen im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit aus struktureller Sicht

Im Gespräch mit Herrn Valentin Meichtry, Initiator und Geschäftsführer von Sozialkanal.ch, spricht unsere CEO Dr. Regula Ruflin darüber, wo das strukturelle Potential von Organisationen im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit liegen kann. Doch was heisst überhaupt «Potential»? Und bezieht sich das Potential auf eine Organisation selbst oder deren Klientinnen und Klienten? Welche Strukturen sind vorhanden und wovon werden diese beeinflusst? Und welchen Herausforderungen begegnen Organisationen in sozialen Handlungsfeldern? Diesen und weiteren Fragen wird im Gespräch nachgegangen. Erfahren Sie hier unsere Gedanken und Lösungsansätze.

 

 

Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen: Kooperation oder Konkurrenz?

Was sind aktuell schwierige und sich verändernde Bedingungen für Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen? Wie entwickeln diese Organisationen ihre Fähigkeiten zur Erholung und/oder Transformation? Welches sind die aktuellen Trends und mögliche Finanzierungsmodelle? Und inwiefern findet Kooperation oder Konkurrenz statt? Diese und weitere wichtige Fragen haben wir am diesjährigen INSOS -Kongress, der unter dem Motto «Gesund.Agil.Resilient» in Flims durchgeführt wurde, in einem Referat erörtert. Gerne verweisen wir auch auf die Zusammenfassung sowie auf weitere spannende Referate.

Projekte zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

Interview mit Dr. Robert Sempach, Projektleiter Gesundheit bei Migros-Genossenschafts-Bund, Direktion Kultur und Soziales

Unser Interviewpartner, Dr. Robert Sempach, ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Genossenschaftsbund, Direktion Kultur und Soziales. Socialdesign durfte ihn im Hinblick auf die (Weiter-) Entwicklung der beiden Projekte Tavolata und Caring Communities (CC) unterstützen. Hier erfahren Sie, was hinter den beiden Begriffen resp. den dazugehörigen Projekten steckt. Weiter berichtet Robert Sempach über die Zusammenarbeit mit socialdesign.

Herr Sempach, können Sie uns kurz erläutern, was hinter den Begriffen «Tavolata» und «Caring Communities» steckt?

Die Abteilung Soziales des Migros-Kulturprozent beobachtet gesellschaftliche und sozialpolitische Entwicklungen und stärkt mit Projekten, die eine gesellschaftliche Dringlichkeit haben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Projekte werden mit Kooperationspartnerinnen und –partnern entwickelt und vor Ort umgesetzt, wo sie ihre Wirkung entfalten. Zwei typische Projekte der Abteilung sind „Tavolata“ und „Caring Communities.

  • «Tavolata» steht für selbstorganisierte Tischgemeinschaften und soziale Kontakte im Alter. Der Projektname stammt aus dem Italienischen und bedeutet «Tafelrunde». Tavolatas gibt es seit dem Jahr 2010, inzwischen sind in fast allen Kantonen der Schweiz rund 400 selbstorganisierte Tischrunden à ca. 6-12 Mitglieder entstanden. Bemerkenswert ist, dass diese Gruppen „zu einem Modell sorgender Gemeinschaften“ wurden. „Es finden sich viele Hinweise, dass die Gruppen für die Einzelnen Hilfe und Unterstützung leisten, auch in schwierigen Lebenslagen.“ (Studie der ZHAW, 2018).
  • Damit lässt sich der Bogen zu «Caring Communities» schlagen. Dieses Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Es wurde durch die positiven Wirkungen von Tavolata inspiriert, verfolgt jedoch einen breiteren Ansatz, um Lösungsmöglichkeiten auf die Trends unserer Zeit (Individualisierung, Digitalisierung, Mobilität, demografischer Wandel) zu entwickeln. Diese Trends fordern den gesellschaftlichen Zusammenhalt neu heraus: Wer sorgt heute angesichts dieser Megatrends dafür, dass Menschen füreinander Sorge tragen, ganz direkt und ganz konkret? Wie können wir neue Gemeinschaften in der Gründungsphase und beim Austausch mit anderen CC-Initiativen unterstützen? Auf diese Fragen suchen wir gemeinsam mit Engagierten und Praxispartnerinnen und -partnern Antworten und dies anhand von wissenschaftlichen Recherchen, Tagungen und Workshops oder dem Aufbau eines nationalen Netzwerks.


Was waren die Beweggründe für die Entwicklung der Angebote «Tavolata» und «Caring Communities»?

Bei Tavolata bewegte uns zuerst die Fragestellung: „Wie können wir Zufriedenheit und Wohlbefinden im Alter fördern?“ Aus diesem Beweggrund entstand schliesslich die Projektidee, selbstorganisierte Tischgemeinschaften zu lancieren und ein Tavolata Netzwerk mit regionalen Tavolata Verantwortlichen (RegTaV) aufzubauen. Zurzeit engagieren sich rund 20 RegTaV für das Netzwerk, bis Ende 2019 möchten wir die Zahl auf 40 verdoppeln.
Dass wir seit einem Jahr das Thema „Caring Communities“ aufgegriffen haben, hängt einerseits mit unserer neuen Abteilungsstrategie zusammen, in der wir uns stärker auf die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts fokussieren. Andererseits hat uns die Weiterentwicklung von Tavolata den Blick geöffnet, wie wir mit unserem Knowhow und unserer Projektmethodik Selbstorganisation und Partizipation in verschiedenen Lebensbereichen und mit Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen anstossen können. Die äusserst positive Resonanz auf unsere erste nationale Tagung vom 20. Juni 2018 zeigt uns, dass das Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit socialdesign oder anders gefragt, inwiefern konnte socialdesign Ihnen eine Unterstützung bieten?

Nachdem wir uns entschieden hatten, das Caring Communities-Thema weiterzuverfolgen, hat socialdesign eine breite Recherche für uns durchgeführt. Beim ersten Workshop mit Schlüsselpersonen aus der Caring Communities Szene hat Martina Schlapbach von socialdesign im Gottlieb Duttweiler Institut das Eröffnungsreferat gehalten und für die Ergebnissicherung gesorgt. Anschliessend hat sie Expertinnen und Experten sowie Laien zu zentralen CC-Aspekten befragt. Auch das Programm der nationalen Caring Communities Tagung vom 20. Juni 2018 wurde gemeinsam mit socialdesign und Prof. Christoph Steinebach von der ZHAW entworfen. Manuela Spiess hat die Ergebnisse der Umfragen vorgetragen und die wichtigsten Erkenntnisse der Tagung mittels einer Online-Befragung bei den Teilnehmenden gesichert.
Ausserdem hat uns socialdesign bei der Vorbereitung zur Entwicklung einer zukunftsgerichteten Organisationsstruktur für Tavolata massgeblich unterstützt.
Die Zusammenarbeit mit socialdesign war ausgesprochen ergebnisorientiert, professionell und trug wesentlich zur erfolgreichen Projektentwicklung bei. Die Grundlagenarbeiten waren sehr fundiert.

Was sind die bisherigen Lessons Learned im Zusammenhang mit den beiden Projekten?

Tavolata hat uns vor allem gelehrt, dass es Zeit und Geduld braucht, bis sich Projekte, in denen „Selbstorganisation“ und „Empowerment“ einen wichtigen Stellenwert einnehmen, etablieren. Im Zuge der Ausdehnung über alle Landesregionen und der Weiterentwicklung von Tavolata haben wir gelernt, dass sich Spannungen und Widersprüche nicht wegbügeln lassen, sondern als Lernchancen betrachtet werden müssen. Die Tavolata-Idee, „selbstorganisierte Tischgemeinschaften zu fördern“, klingt zwar einfach und einleuchtend. Doch spätestens bei der Frage: „Wie lässt sich ein Netzwerk oder eine Organisation der Selbstorganisation aufbauen?“ wird deutlich, dass es sich um ein komplexes Unterfangen handelt. Das setzt die stetige Bereitschaft voraus, Erfahrungen aus der Praxis und konzeptionelle Handlungsentwürfe in einen fruchtbaren Austausch auf Augenhöhe zu bringen. Was in der deutschen Schweiz oder in städtischen Regionen gut funktioniert, kommt auf dem Land oder in der Romandie vielleicht kaum vom Fleck und es braucht andere Zugänge, um die Projektidee zu verbreiten.

Diese Co-kreative Haltung wird uns sicher bei der Entwicklung des CC-Netzwerks und der CC-Fördermassnahmen zugutekommen. Wir haben zwar unsere Erfahrungen und unser Knowhow im Projektmanagement, aber wir müssen uns bei einem neuen Thema immer wieder neu intensiv mit den Bedürfnissen der Projektnutzenden und den konkreten Rahmenbedingungen auseinandersetzen, um einen gemeinsamen Weg zu finden.

Was ist in Zukunft in Bezug auf Tavolata und Caring Communities zu erwarten?

Bei Tavolata planen wir im Verlaufe der nächsten zwei Jahre gemeinsam mit Partnerorganisationen eine nachhaltige Trägerstruktur mit je einer Geschäftsstelle Deutschschweiz und Romandie/Tessin aufzubauen. Nach acht Jahren strategischer und operativer Verantwortung beim Migros-Kulturprozent ist die Zeit reif, das in allen Landesteilen bekannte Projekt so weit wie möglich in bestehende Regelstrukturen zu überführen bzw. mit nationalen Partnerorganisationen, welche die Anliegen von Tavolata teilen, gemeinsam weiterzuführen.
Der Weg, den das CC-Projekt einschlagen wird, ist noch vage. Es sind weitere Workshops mit Schlüsselpersonen aus der Wissenschaft und Praxis geplant, um Struktur und inhaltliche Schwerpunkte eines nationalen Netzwerks sorgfältig abzuklären und zu eruieren. Wer in welcher Form das Netzwerk mitgestalten und mittragen wird und welche inhaltlichen Themen im Vordergrund stehen werden, muss sich erst noch weisen. Denkbar ist auch, dass das Migros-Kulturprozent eine „partizipative CC-Schriftenreihe“ herausgeben wird und weitere Fördermassnahmen für innovative CC-Projekte entwickelt. Zurzeit laufen die entsprechenden Abklärungen.

Vielen Dank für dieses Interview.

Was bedeuten (uns) Caring Communities?

Weil Menschen immer älter werden, immer länger fit und aktiv bleiben, aber auch der Wunsch nach möglichst langer Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit besteht, steigt der Bedarf am Austausch mit, resp. der Unterstützung durch seinesgleichen. Eine Form, diesem Bedürfnis nachzukommen, ist das Aktivsein in Caring Communities.

Was bedeuten (uns) Caring Communities? Und wie funktionieren sie? Diese und weitere Fragen stellten die Leitthemen der Netzwerk-Tagung Caring Communities dar, welche durch Migros-Kulturprozent initiiert und durchgeführt worden ist. socialdesign hat im Rahmen eines Inputreferates die Resultate einer mündlichen On-the-Street Befragung sowie Ergebnisse von Interviews mit Fachpersonen vorgestellt. Weitere spannende Referate und Unterlagen zu Caring Communities finden Sie auf der Veranstaltungshomepage.

Begleitetes Wohnen für Menschen mit Behinderung

Bereits zwei Stunden Begleitung von Menschen mit Behinderung bei ihnen zu Hause können genügen, um die physische und psychische Gesundheit zu verbessern, soziale Kontakte zu fördern und neue Kompetenzen im Alltagsleben zu erlernen. Dies ergab eine Studie zur Wirkung der Dienstleistung «Begleitetes Wohnen», welche Pro Infirmis Jura Neuchâtel in Auftrag gab.

Evaluationsbericht (nur auf Französisch)

 

Die Evaluation ist nicht der Eindringling im Projekt

Wie lässt sich ein Projekt kreativ und kompetent evaluieren? Wie gestaltet man eine Evaluation als Lernprozess für alle Beteiligten? Mit diesen Schlüsselfragen setzt sich aktuell das Evaluationsteam von euforia intensiv auseinander: euforia fördert als soziale Organisation mit Sitz in Genf das sinnhafte Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Ein aktuelles Projekt ist The Unleash Project – euforia bietet damit eine Plattform, um sich über innovative und zukunftsgerichtete Arbeitsmodelle auszutauschen. Der Austausch findet im Rahmen von regelmässigen Wochenend-Workshops statt, in denen junge Berufsleute, Fachpersonen und Arbeitgeber die Arbeitswelt von heute und morgen verbinden.

Das Evaluationsteam von euforia entwickelt in The Unleash Project aktuell ein Evaluationsdesign, welches Wirkung effizient messen und zugleich partizipative Lernprozesse fördern soll. socialdesign unterstützt euforia bei der Entwicklung und Anwendung dieses Evaluationsdesigns. Im Interview erzählt Luís Costa, Evaluator bei euforia, von «der Mission, Innovation in eine Evaluation zu bringen» – und teilt Herausforderungen, Schlüsselerkenntnisse und Erfolgsrezepte.

Luís, während den letzten Monaten habt ihr ein Evaluationsdesign für The Unleash Project entwickelt und laufend angewandt. Welche Ziele verfolgt ihr mit der Evaluation?

Wir verfolgen zwei übergeordnete Ziele: Erstens ist unser Ziel eine Evaluation, welche direkt in das Projekt eingebettet ist und allen Beteiligten laufend neue Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Projektes liefert. Zweitens wollen wir wissen, welche Wirkungen wir mit dem Projekt erzielen – auf diesen Wirkungen wollen wir aufbauen und darüber kommunizieren.

Ihr seid mitten im Projekt- und folglich Evaluationsprozess: Welche Zwischenresultate habt ihr in Bezug auf die zwei Hauptziele bereits erreicht?

Einerseits sind wir auf gutem Weg, ein Evaluationsdesign zu entwickeln, welches die Projektleitenden als Instrument für die ständige Projektoptimierung benutzen. Wir werten Erfolgsfaktoren und Verbesserungspotentiale nach jedem Workshop, welcher integraler Bestandteil des Projektes bildet, aus. Die daraus resultierenden Schlussfolgerungen und Empfehlungen teilen wir mit unseren Kollegen, welche das Projekt operativ leiten. Die Evaluation ist folglich kein Fremder oder Eindringling im Projekt, sondern harmonisch darin eingebettet. Unser zweites Ziel, die Wirkungsmessung, ist ein trickreicheres Unterfangen: Hier ist es wichtig, eine langfristige Perspektive einzunehmen und Daten über einen Zeitraum zu vergleichen. Erste Resultate zeigen uns, dass die Projektteilnehmenden neue Arbeitsmodelle und -ansätze, welche sie in Workshops erlernen resp. entwickeln, auch in ihrem Berufsalltag anwenden. Genau das wollen wir bewirken.

Evaluationen werden oft als ein Muss wahrgenommen. Im Gegensatz dazu habt ihr euch zum Ziel gesetzt, ein Evaluationsdesign zu entwickeln, welches die Werte eurer Organisation adäquat spiegelt – Werte wie freudvolles Engagement, Kreativität und «out-of-the-box»-Denken. Mit welchen Herausforderungen seht ihr euch bei diesem Prozess konfrontiert?

Die grösste Herausforderung besteht für uns darin, dass wir uns von konventionellen Methoden, mit denen Evaluationen meistens durchgeführt werden, lösen. Dahinter stecken ein Mentalitätswechsel und eine neue Denkart: Es geht nicht darum, laufend zu denken, dass man ein Projekt evaluieren muss oder – wie es viele von uns aus der Schulzeit kennen – Fehler und Mängel aufzudecken. Vielmehr geht es darum, zu reflektieren, welche Informationen allen Beteiligten helfen, aus Prozessen zu lernen und diese Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Diese Denkart impliziert, dass Evaluationsteam, Projektleitende und Projektteilnehmende eng zusammenarbeiten und sich austauschen. Wir sind nach wie vor daran, die vielfach bestehende Lücke zwischen Projekt und Evaluation zu schliessen. Wie jeder Mentalitätswechsel erfordert dieser Schritt auch in unserer Organisation Zeit.

Was sind konkrete Methoden, mit welcher eine Evaluation aus eurer Sicht gemeinsames Lernen und Partizipation fördern kann?

Für The Unleash Project haben wir eine innovative Umfragemethodik entworfen: Die Umfrage basiert auf einem Online-Fragebogen, welcher Informationen mit farbigen Visualisierungen, bewegten Bildern und attraktiven Formulierungen generiert. Wichtig ist, dass wir dieses Instrument nicht mehr im klassischen Sinn als «Umfrage» bezeichnen, sondern ihm einen eigenständigen Namen geben: Der «Happymeter» besagt, dass uns mit der Befragung primär die Zufriedenheit der Projektteilnehmenden interessiert. Viele der Teilnehmenden äussern im Kommentarfeld explizit Begeisterung für das Befragungsformat, was uns in unserer Methodik bestätigt. Ein weiteres Schlüsselelement bilden für uns sogenannte Echtzeit-Evaluationsinstrumente: Wir nutzen ausgewählte Momente in der Projektumsetzung, um Daten zu erheben. Beispielsweise findet am Ende jedes Workshops eine Abschlussrunde statt. Für diese Runde stellen wir den Projektleitenden Methoden zur Verfügung, um Erfahrungen interaktiv mit den Teilnehmenden zu reflektieren – unsere Rolle als Evaluationsteam besteht anschliessend darin, die Inhalte aus diesem Debriefing systematisch zu analysieren.

Welche Unterstützung bietet euch socialdesign bei der Entwicklung eures Evaluationsdesigns?

Wir erleben die Zusammenarbeit mit socialdesign als Coaching, das uns befähigt, unsere eigenen Lösungen zu finden. socialdesign führt uns durch diesen Prozess, stellt Fragen und zeigt uns Möglichkeiten auf um dorthin zu gelangen, wo wir selbst hinwollen. Besonders intensiv und inspirierend sind die gemeinsamen Workshops: socialdesign sagt uns darin nicht, was wir tun sollen, sondern unterstützt uns, selber Antworten zu entwickeln. Als Resultat dieser Ko-Kreation ziehen wir für uns aus jedem Workshop viel neues Wissen und Inputs. In persönlicher Sicht hat die Zusammenarbeit mit socialdesign mein eigenes Interesse an einer Coaching-Tätigkeit geweckt. Ich begleite bereits jetzt andere Organisationen bei der Durchführung von Evaluationen und möchte dieses Engagement in Zukunft verstärken.

Während wir dieses Interview führen, sitzt du an deinem Arbeitsplatz in Portugal: euforia besteht aus einem Team mit Mitarbeitenden, welche in vielen verschiedenen Städten und Ländern arbeiten. Die Relevanz von Mobilität und ortsunabhängigen Arbeitsmodellen nimmt laufend zu – welches Rezept wendet euforia an, damit ‘remote work’ ein Erfolg ist?

Menschlichkeit und Wohlbefinden stehen bei uns an erster Stelle. Als Schlüsselzutat in unserem Rezept erachte ich unsere Retraiten: Das ganze Team von euforia trifft sich zweimal jährlich – im Frühjahr an einem schönen Ort in den Bergen, im Herbst am Meer. Während einer Woche arbeiten wir jeweils intensiv zusammen und lernen uns gleichzeitig beim gemeinsamen Kochen, Essen und vielen Aktivitäten persönlich besser kennen. Diese Verbindung befähigt uns, im Arbeitsalltag trotz räumlicher Distanz eng zusammenzuarbeiten. Im Alltag arbeiten wir oft mit moderner Kommunikation: Zu Beginn jeder Skype- oder Hangout-Konversation nehmen wir uns dabei Zeit, uns über unser aktuelles persönliches Wohlbefinden austauschen. Diese «personal checkings» sind unser Erfolgsrezept.

Vielen Dank für dieses Interview, Luís.

Transkulturelle Kompetenzen : Empfehlungen zur Konzeption von Weiterbildungen

Im Rahmen eines Fachzirkels entwickelte die Schweizerische Konferenz der Fachstellen für Integration (KoFI) Empfehlungen zur Konzeption von Weiterbildungen im Bereich der transkulturellen Kompetenzen. Als Grundlage für solche Weiterbildungen wurden eine Vision sowie drei Leitsätze definiert. Das Dokument zeigt ausserdem Herausforderungen und Chancen von solchen Weiterbildungen auf. socialdesign hat den Fachzirkel moderiert und in Zusammenarbeit mit der KoFI das Grundlagendokument erstellt.

Empfehlungen – Weiterbildungen transkulturelle Kompetenzen

Qualitätskriterien in der Beratung im Bereich Diskriminierungsschutz

Fokus Beratung von Einzelpersonen

Im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme unterstützt die Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) Aufbau, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung im Bereich Diskriminierungsschutz. Dafür hat die FRB ein Grundlagendokument zur Qualitätsentwicklung der Beratung im Bereich des Diskriminierungsschutzes erstellt. Das Dokument enthält konkrete Qualitätsstandards und -indikatoren, die Aufgrund der bestehenden Praxiserfahrung formuliert wurden. socialdesign unterstützte die FRB bei der Erarbeitung dieser Qualitätsstandards.