Begleitung bei der Umsetzung eines Strategieprozesses – Ein Erfahrungsbericht

Interview mit Frau Andrea Gerfin, Geschäftsführerin pro audito schweiz

Socialdesign begleitet pro audito schweiz bei der Umsetzung ihres Strategieprozesses.

Was waren die Gründe einen Strategieprozess bei pro audito schweiz zu starten?

Hauptanstoss war bei pro audito schweiz und den Mitgliedervereinen ganz klar, dass sich das klassische Vereinsleben im Bereich Behinderung und Gesundheit gewandelt hat. Die jüngeren Generationen wollen und können sich weniger im Vereinsleben engagieren. Der Trend bewegt sich mehr zu punktuellen und unverbindlichen Zusammenkünften. Zudem sind Informationen und die Unterstützung über Social Media zu jeder Tageszeit und anonym verfügbar, so tritt der Aspekt des direkten Austauschs untereinander in den Hintergrund. Auch aufgrund der besseren Versorgungslage von Menschen mit einer Hörbehinderung ist die Notwendigkeit weniger gegeben, sich in einem Verein auszutauschen. Der Strategieprozess des Dachverbands pro audito schweiz und der Mitgliederverbände war daher eine logische Reaktion auf diese veränderten Umfeldbedingungen und ein Überdenken der Ausrichtung.

Was hat Sie dazu veranlasst, für die Begleitung der Umsetzung Ihres Strategieprozesses eine externe Beratung beizuziehen?

Einerseits war die Erfahrung, die das Beratungsunternehmen mitbringt, ausschlaggebend. Andererseits war der zentrale Grund socialdesign in diesem Prozess beizuziehen, die neutrale Rolle in der Begleitung und als Vermittler. Der externe Berater/in kann unabhängig von den geschichtlichen und historischen Gegebenheiten des Verbandes, unterstützend begleiten. Schlussendlich waren auch die zusätzlichen Ressourcen, wie Zeit und Know-how, die die eigenen Ressourcen ergänzt haben, ein massgeblicher Punkt in der Entscheidung.

Ein weiterer Aspekt ist, dass gerade in einer kleineren Organisation die internen Sparringspartner für den Austausch fehlen. Diese Funktion kann dann über eine externe Beratung wahrgenommen werden.

Welche Erwartungen haben Sie an die Umsetzung des Strategieprozesses und wurden diese Ihrer Meinung nach bisher erfüllt?

Es wird intensiver und konstruktiver über die gemeinsame Zukunft auf allen Ebenen diskutiert. Somit wird auch ein Fundament für eine weitere Entwicklung und die neue Ausrichtung von pro audito schweiz und seinen Mitgliedern gelegt. Die Erwartungen der Mitgliederorganisationen und die von pro audito schweiz konnten in diesem Prozess geklärt werden. Die Haltung der Basis gegenüber pro audito schweiz als Dachverband und was dessen zukünftigen Aufgaben und Ausrichtung betrifft, konnten diskutiert werden. Der Prozess hat die Gemeinsamkeiten und den Zusammenhalt gestärkt.

Die Erwartungen an socialdesign waren, dass die Aufgaben und der Umfang der Unterstützung massgeschneidert und modulartig angeboten sind. Dies ist in der Zusammenarbeit in idealer Weise gegeben.

Wo sehen Sie erste Erfolge in der Umsetzung des Strategieprozesses?

Es hat sich eine neue Ebene für die Diskussionskultur etabliert. Mehr Offenheit für die Zusammenarbeit konnte erreicht werden.

Was gibt es gemäss Ihrer Meinung bei der Entwicklung eines Strategieprozesses besonders zu beachten? Haben Sie diesbezüglich Empfehlungen für andere Führungspersonen?

Für einen Dachverband wie pro audito schweiz ist es zentral, ein Bewusstsein für die verschiedenen Realitäten der Mitgliederorganisationen zu entwickeln. Es muss berücksichtigt werden, dass alle unterschiedliche Strukturen, Interessen, wie auch verschiedene finanzielle Ressourcen und einen anderen historischen Hintergrund aufweisen. Bei Berücksichtigung dieser Voraussetzungen können alle Beteiligten ihren Beitrag zum Prozess leisten und sich damit identifizieren.

Für Andrea Gerfin steht folgendes Zitat von Henry Ford für die erfolgreiche Umsetzung des Strategieprozesses:
„Das Geheimnis des Erfolges ist es, den Standpunkt des anderen zu verstehen.“

Wir danken Frau Gerfin für das spannende Gespräch.

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